Samstag, 9. Juli 2016

Südkorea - 1 Woche Spaß und Kultur

Nach unseren Tagen in Hong Kong stand ein Nachtflug nach Seoul am Programm. Wir kamen dort gegen 2:30 an und waren mit der Einreise eine halbe Stunde später fertig. Nachdem wir die Nacht nicht zahlen wollten, standen für uns anstregende Stunden im Flughafenterminal am Programm. Wolfgang kam dank Zeitverschiebung in den Genuss vom EM Kracher Deutschland gegen Italien und in Summe konnten wir beide einige Stunden schlafen ehe es per Bus zu unserem Quartier ging. Danach holten wir uns unsere Korail Pässe (quasi Interail für Südkorea) vom Hauptbahnhof ab, um uns dann Richtung Jamsil Stadium zum Sonntagabendspiel der koreanischen Baseballliga aufzumachen.

Davor aber noch ein kurzer Zwischenbericht zum U-Bahnfahren in Seoul, denn U-Bahnfahren in dieser Metropole macht Spaß :-) Wenn man auf den Zug in der Station wartet, wird man auf Laufbildschirmen informiert, wann der nächste Wagenverbund eintrifft und wo die weniger klimatisierten Wagons sind. Fährt dann eine U-Bahn ein, erklingen folgende Melodien - da muss man sich ja einfach freuen:



Die U-Bahn sowie Stationen funktionieren alle mit der T-Card, vergleichbar mit der Octupus Card aus Hong Kong. Auch mit der T-Card kann man in Geschäften zahlen bzw. an jeder Stelle wieder aufladen. In jeder Station gibt es Schließfächer für Taschen, Koffer und dergleichen und das ruhige Vorgehen beim Ein- und Aussteigen ist bemerkenswert... ein bisserl was anderes als beispielsweise in Wien mit der U-Bahn zu fahren, wenngleich dies oftmals ein anderes Erlebnis ist.

Nun aber zum eigentlichen Höhepunkt am Sonntag: Baseball in Korea!!! Hintergrund, wir mögen beide Baseball sehr, ich habe jahrelang selber gespielt und Korea ist Baseball verrückt. 

Vor dem Spiel stand natürlich klassisch "Tailgating" am Programm. Gibts in Amerika beispielsweise Burger und Bier so stehen in Korea diverse Oktopusarten, ebenfalls Bier (sehr sympathisch) und andere Snacks auf dem Programm. 

Gestärkt und motiviert gings dann nach einem kurzen Rundgang im Olympiapark, wo wir unter anderem das Hauptstadion, die Schwimmhalle und die Ballhalle sahen sodann kurz vor Spielbeginn ins Stadion. Das Jamsil Stadium mit einem Fassungsvermögen von knapp 26.000 Plätzen war ca. zur Hälfte voll, die Stimmung trotzdem gewaltig. 







 


Wir lernten zahlreiche Leute kennen, hatten 3 Stunden lang dank KPOP aus den Lautsprechern, dem Motivator (siehe Bild mit ihm), den Cheerleadern und dem lustigen Rahmenprogramm unglaublichen Spaß. Das Spiel selber ging für das Heimteam knapp verloren aus, die Fans verließen trotzdem freudig das Stadion - ein sehr nettes Erlebnis.







Am Montag stand einer der 5 großen Paläste in Seoul auf dem Programm und zwar der Gyeongbukgung Palast. Leider fand der Wechsel der Wache aufgrund des schlechten Wetters nicht statt, so konnten wir uns die farbenfrohen Uniformen nur ansehen und Fotos schießen. 



Danach erkundeten wir das weitläufige Areal des Palastes - Höhepunkt der Teich im hinteren Bereich des Palastes der während unseres Besuches voller Lotusblüten war und so ein ganz eigenes Bild abgab.



Den Abschluss des Tages bildete noch ein Besuch beim Gwangjang Markt wo wir köstliches Bibimpap, eine Art Maki, sowie Teigtaschen mit Tomatensoße genossen. Makaber, die Gäste neben uns bestellten sich "frischen" Oktopus - frisch bedeutet auf diesem Markt der Oktopus wird aus dem Wassertank genommen, die Tentakel werden abgehakt, gewürzt und dem Gast serviert. Auf dem Teller bewegt sich noch alles... wir haben eine Kostprobe dankend abgelehnt. 






Den zweiten Tag verbrachten wir aufgrund des miesen Wetters in Museen. Zuerst besuchten wir das War Memorial Museum, das die Geschichte Koreas und vor allem den Koreakrieg und die Zeit danach und bis jetzt dokumentiert. Im Prinzip befinden wir uns in einem Kriegsland, kam es nach dem Ende des Koreakriegs nie zum einem Friedensvertrag, sondern der derzeitige Status ist ein Waffenstillstand, der glücklicherweise schon lange anhält - es ist aber nur ein Waffenstillstand. Das Museum dokumentierte die Sicht Südkoreas auf diesen Konflikt sehr eindrucksvoll. Zahlreiche Berichte waren allerdings erschreckend, besonders die Animation was mit Seoul geschähe, würde Nordkorea eine Atombombe im Zentrum zur Detonation bringen...









Nach Geschichte Stand Kunst am Programm, es ging ins Samsung Leeum Museum ins hippe Stadtviertel Itaewon. Die 3 Museumbereiche waren in 1) traditionelle koreanische Kunst 2) moderne und zeitgenössische Kunstwerke und 3) junge koreanische Künstlerinnen und Künstler aufgeteilt. Vor allem der zweite Bereich hat mir besonders gut gefallen - das Objekt von Damien Hirst (letztes Bild) fand ich lustig.











Am Mittwoch ging es per Hochgeschwindigkeitszug nach Gyeongju. Dort sahen wir uns den Bulguksa Palast und die Seokguram Höhle mit der großen Bhuddastatue an. Die Wanderung zwischen den Attraktionen den Hügel hinab bot schöne Einblicke auf die Umgebung. Weitere Attraktionen in Gyeongju ließen wir aufgrund des extrem starken Regens weg - es hätte noch viel mehr zu sehen gegeben. 











Einige hundert Kilometer weiter nördlich und nach einer etwa zweistündigen Zugfahrt war das Wetter hingegen vorzüglich und so entschieden wir uns, uns wieder zum Jamsil Stadium aufzumachen. 1. gegen 3. Stand heute Abend am Programm, die Heimmannschaft waren die Doosan Bears, der Titelverteidiger der Vorsaison. Das Spiel wiederum sehr spannend, die Stimmung ebenfalls gut, aber man merkte, dass die Doosan Bears und auch die Fans viel mehr auf den sportlichen Erfolg schauen und mehr Ehrgeiz spürbar war als bei den LG Twins am Sonntag davor.


Am Donnerstag sahen wir uns den Changdeokung Palast und den sehr beeindruckenden Palastgarten an. Danach ging es noch zum Korean BBQ auf den Markt und den Abschluss des Tages bildete eine Fahrt auf den Namsam Hügel mit der Seilbahn. Tolle Ausblicke, beeindruckende Gärten und ein netter Tagesausklang.





Ich merkte während des Tages, dass ich immer schwächer wurde und ein Blick aufs Fieberthermometer zurück im Quartier bestätigte die Befürchtung 38.9° uuuuufffff nicht schon wieder. Das Fieber schwankte den ganzen Freitag, hin und her, war teilweise sogar über 39 Grad, aber mit heute dürfte ich diese Erkrankung überstanden haben. 













Babsi war heute in der näheren Umgebung des Quartiers unterwegs und konnte einige schöne Eindrücke und lustige Geschichten erleben. Unterwegs konnte sie wiederum ein WC wo zusätzlich ein Kleinkind WC verbaut war sehen und direkt beim Hotel versuchte ein Koreaner mit ca. 30 gefüllten Heliumballons ins Taxi zu steigen. Nach mehreren Anläufen waren diese erfolgreich auf der Rückbank verstaut und der Typ konnte am Beifahrersitz Platz nehmen. 





Wir werden Korea heute gemütlich mit einem Baseballspiel abschließen und uns danach für unser nächstes Ziel - Japan - vorbereiten, wo wir die nächsten Wochen gemeinsam mit Wolfgangs Mama unterwegs sein werden. 

Korea hat uns beiden enorm gut gefallen, es hat seine sehr kitschigen und lustigen Seiten - beispielsweise KPOP - die Leute sind größtenteils sehr lebensfroh, so macht es zumindest den Eindruck. Man merkt die Nähe und freundschaftliche Beziehung zu Amerika sehr stark, die Koreaner sehen die USA als Beschützer der Nation, vor allem durch die Unterstützung im Krieg, wo bereits 90% des Landes an den Norden gefallen sind ehe die Truppen von Douglas MacArthur den Norden zurückschlagen konnte. Wir waren leider nur kurz hier und konnten uns die zweitgrößte Stadt im Süden - Busan - aufgrund meiner Erkrankung leider nicht ansehen, haben aber dennoch einen guten Überblick über Land, Leute und Kultur /  Sitten erhalten. 




Dienstag, 5. Juli 2016

Macao - Das Vegas von Asien

Als große Vegasfans war es nur naheliegend, auch Macao, der berüchtigten Glücksspielmetropole von Asien einen Besuch abzustatten. Die Namen bei der Buchung ließen schon auf Las Vegas Feeling hoffen - Venetian, MGM, Wynn - alles bekannte Namen aus der Glitzerstadt in Nevada.

Wir haben für unseren Aufenthalt das Holiday Inn Resort ausgesucht, das am sogenannten Cotai Strip - auch hier die Namensgleichheit zum "Pendant" in Vegas - liegt. Nachbarhotels sind das Venetian bzw. die City of Dreams, ein großer Komplex aus mehreren Hotels. Hier würden wir gut aufgehoben sein.

Die Fahrt von Hong Kong mit der Katamaranfähre war äußerst rau, das Meer war wild aufgepeitscht, eine coole Achterbahnfahrt :) Nach einer Stunde erreichten wir die Sonderwirtschaftszone, wo wir wiederum eine Einreise absolvieren mussten. Dann gings mit dem Bus zu unserem Hotel, wo wir den netten Peter (so heißt der in Wirklichkeit sicher nicht) beim Checkin gleich ordentlich ausfragten. Gut informiert ging es ins Zimmer in den 36. Stock - geile Aussicht.


Den ersten Abend schlenderten wir gleich in die City of Dreams, um dort in den Pokerstars Pokerroom zu gehen... wir fanden gähnende Leere und ein "Turnier" mit gerade mal 7 Leute vor, dazu ein anderer Tisch mit für uns viel zu hohen Einsätzen. So gings weiter ins Venetian, wo die Einsätze an den Pokertischen noch höher waren - und noch weniger für uns / mich. Irre fand ich, dass für einen Tisch mit den umgerechneten Blinds 100 / 200 Euro ganze 7 Personen auf der Warteliste waren. Für nicht Pokerspieler bedeutet das einen Mindestbuyin (Geld das man auf den Tisch legen muss) von 22.000 Euro und nach oben keine Grenze... Wahnsinn.

Tag 2 stürmten wir das Buffet des Hotels, das wirklich unglaublich gut war und Köstlichkeiten aus aller Welt, Schwerpunkt asiatischer Raum bot. Sehr ähnlich zu den Vegas Buffets, aber noch eine Spur besser!

Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg, den Cotai Strip besser kennen zu lernen. Wir wanderten zur Studio City, ein Hotel das auf Filmset getrimmt war inklusive Batman 4D Attraktion (nix für mich da zu groß...) und Warner Brothers Kinderspielplatz. Nett zum Durchgehen, mehr aber auch nicht... skurril im Kasinobereich fand ein Spielautomatenturnier statt, die Teilnehmerinnen und ein Mann hämmerten wie wild auf die Geräte ein und ein Moderator brüllte den Zwischenstand durch.


Danach gings weiter an der Großbaustelle des neuen Parishotels vorbei zum Venetianhotel. Dieses Hotel ist wirklich ein 1 zu 1 Klon des Las Vegas Hotels, vor allem der Innenbereich ist genau gleich aufgebaut. Wir beendeten den Tag mit Spielern an den Tischen zusehen.



Am zweiten vollen Tag ging es auf die Peninsula Macao, den alten portugiesisch geprägten Kern von Macao. Tolle Bauwerke, Kirchenüberbleibsel und gutes Essen waren das Rezept für ein Erlebnis. Nach der Mittagspause verliefen wir uns auch noch und landeten so in noch verwinkelteren Gassen - sehr spannend. Den Abschluss bildeten ein Besuch im Starworld Casino bzw. im Wynn Casino Hotel. Starworld ist bekannt für den - so sagt das Gerücht - größten Einzelgewinn eines Spielers an einem Pokertisch und für das Spiel mit den größten Einsätzen... wir haben nicht einmal einen Pokerroom vorgefunden, es muss sich also einiges geändert haben in den letzten Jahren. Das Wynn Casino - das Pendant in Las Vegas ist dort mein Lieblingshotel - war innen gleich aufgebaut wie der große Bruder in Las Vegas. Hier wanderten wir zum Pokerroom und schauten einige Zeit an den Tischen zu.. Einsätze waren hier fast in Ordnung aber doch noch etwas zu hoch und so ging es zurück nach Cotai wo wir beim All You can Eat Japaner mit Köstlichkeiten aller Art und gutem Bier den Abend und die Tage in Macao ausklingen ließen.







Fazit bzw. Vergleich zu Vegas:
- Hotels sind ähnlich aufgebaut, aber es fehlt der Vegas "Flair"
- keine Clubs, kein Nachtleben
- die Chinesen spielen IRRE Einsätze, egal welches Spiel, egal welche Art von Spieler... die Summen, die da über die normalen Tische wandern, werden in Vegas "High Limit" genannt. Kein Wunder, dass Macao höhere Einnahmen verbucht als Las Vegas
- Shows ala Vegas sind Mangelware
- Die "Action" spielt sich in Macao wirklich nur in den Kasinos ab während es in Vegas auch auf der Straße immer wieder was zu sehen gibt

In Summe nett gesehen zu haben, vor allem die Peninsula Macao mit portugiesischen Einflüssen ist sehenswert - aber an Vegas, Nevada kommt Macao nicht ran.

Am Samstag ging es mit der Fähre wieder zurück nach Hong Kong. Dort konnten wir unsere großen Rucksäcke total praktisch direkt bei der U-Bahn einchecken und konnten bis zum Abflug am Abend noch einige Stunden in Kowloon am Ladies Market verbringen, durch die Marktgassen wandern und den Karaokesängern zuhören. Wirklich eine tolle Sache, wenn man erst am Abend wegfliegt und nicht das Gepäck den ganzen Tag herumschleppen muss. Am Ladies Market wurden natürlich auch nur Originalsachen verkauft :-)




Wir sind mittlerweile im beeindruckenden Korea, wo wir schon allerhand lustige Dinge erlebt haben die im nächsten Blogeintrag Thema sein werden.